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RITTER-FEST Schloss Amerang 2008 ... schön war's

„Menschen – Tiere – Sensationen“ waren beim 4. Ritter-Fest auf Schloss Amerang vom 14. bis 17. August zu erleben; dazu ausgelassene Stimmung und mehrheitlich gutes Wetter: 14.000 Menschen kamen, um 500 mittelalterlich gewandete Mitwirkende zu sehen, die ihr Lager und ihre Stände rund um das fast 1000-jährige Schloss aufgeschlagen hatten; Kamele, Ponies, Steinadler und Falken waren tierische Attraktionen vor allem für die vielen Kinder – mit und ohne Mini-Rüstung oder Burgfräulein-Gewand; und Sensationen waren auf dem Kampfplatz neben der Bergwiese ebenso zu erleben wie auf den beiden Bühnen – von der ersten großen Feldschlacht um den von Barbaren geraubten Ameranger Schatz über den prächtigen Festumzug bis zu den Mittelalter-Musikgruppen wie „Die Streuner“ und „Nachtwindheim“. Nicht zu vergessen natürlich das Gaukler-Vergnügen mit den Stars der Szene, dem urkomischen Duo „Forzarello“, Jolandolo vom Birkenschwamm oder der Gaukeley Link`s Zwo 3. Heiß begehrt im wahrsten Sinne des Wortes: die abendlichen Feuershows mit u. a. Ars Ignis, die auch atemberaubende Fakirkünste zeigten, und den Feuerspuckern von „Mimikry“.

 

 

Entdeckerfreude auf dem Händlermarkt 

Das „weltberühmte Ritter-Fest“, wie es im Reiseführer „1000 places to see before you die“ empfohlen wird, fand trotz großen Andrangs in entspannter Atmosphäre statt, die das besonders charmante Amerang-Flair ausmacht. Schlossbesitzer Ortholf Freiherr von Crailsheim war durchweg zufrieden, auch wenn er am verregneten Freitag zusammen mit Veranstalter Christian Domeier alle Hände voll zu tun hatte: „Da mussten wir den Boden mit viel Rindenmulch und Stroh abdecken, damit unsere Gäste – sowohl die Rittergruppen in ihren Zelten als auch die Besucher aus ganz Bayern – nicht eine Schlammschlacht erleben.“ Gut frequentiert waren da natürlich der gemütliche Schloss-Stadl und die Schloss-Führungen. Fast alle Programmpunkte konnten trotz der Regengüsse gezeigt werden, und am Samstag lachte schon wieder die Sonne. Als besonderes Naturschauspiel gab es da sogar eine partielle Mondfinsternis, die der Feuershow eine ganz besonders mystische Atmosphäre verlieh. „Feynstes Eis mit fangfrischen Erdbäaren“ war dann der Renner am sonnigen Sonntag, dem Kinder- und Familientag des großen Ritter-Fests auf Schloss Amerang. Da schlug die Stunde der Händler und (Kunst-)Handwerker. Die Kinder wollten stilecht eingekleidet sein, vom Schellenfußband über das Schwert bis zum Vollvisier-Ritterhelm. Die Mädchen belagerten die Schmuckstände mit Edelsteinen, z. B. die Traumwerkstatt, ließen sich von der „Hautmalerey“ dekorative Ornamente als Tattoo-Ersatz aufmalen oder erstanden gleich lange, wallende Kleider und Haarkränze. Für die Hausfrauen entdeckt und neu dabei: Hexenzucker oder Druidensalz von Fünf-Elemente-Ernährungsberaterin Sabine Feßler alias „Pfefferhexle“ aus dem Schwäbischen. Wunderschön als Geschenk die Federkiele und handgeschöpften Briefkarten der Papyruswerkstatt, die auch Adelsbriefe, Liebesbriefe und Kriegserklärungen (!) anbot!

 

Feldschlacht und andere Spiele

Da ziehen wir doch lieber das gespielte Kriegsgetümmel der Ritter vor, die von zarter Hand, nämlich von Jojo Kellerer in die „Feldschlacht“ geführt wurden. Für die Kampfkoordination sorgte Werner Stocker (Die Kreuzfahrer) unter der Musikalischen Leitung von Peter von der Herrenwiese. Die mitwirkenden, wackeren Recken seien hier einmal alle aufgezählt: Clan Claymore, Die Kreuzfahrer, Gladio pro Vita dulce, Klarets Kovenanz, Kraiburger Ritterschaft, Mameluken, Midgard Sippe, Milites Anguis, Münchner Barbaren, Riddari Leon, Trostberger Rittersleut, Vicarii Noricum uvm. Wow, da klirrten die Schwerter und rasselten die Kettenhemden!

 

So manch tapferer Junge ließ sich von den Rittern die Kunst des Schwertschwingens zeigen. Zahmere Spiele gab`s für die Kleinen, die ihr Steckenpferd reiten konnten oder sich am Würfelturm anstellten, um Edelsteine zu gewinnen. Sie erfreuten sich auch am Marionettentheater „Die Schlampuzen“ oder am Stelzentheater Mimikry, während die Mama die Schafmilchseife mit Lavendel oder Ringelblume für die abendliche Waschung erstand. Wem das Kreuz wehtat, für den war beim Badezuber bestens gesorgt mit einer kleinen oder großen Muskelknetung oder dem „Schröpfen ohne Aderlass“. Last but not least gab`s reichliche und deftige Stärkung: vom Barbarenspieß über das Berber-Sandwich bis zur Hanf-Knabberey und Apfelkrapfen, dazu Buttermilch mit Granatapfelsirup oder Bierspezialitäten von Auer Bräu.

 

Satt – zufrieden – gut gelaunt, so gingen die Besucher nach Hause, und viele versprachen: Wir kommen nächstes Jahr wieder!

 

Sehet hier die schönsten Bilder: